Papst in Frankreich

Da ja diese Woche der Papst mal wieder aktiv ist muss ich da auch meinen Senf dazugeben.

Besonders interessant fand ich diesmal die Worte:

„Geld und Macht sind die Götzen der gegenwärtigen Welt.“

Irgendwie baut sich da in meinem Geist ein Bild auf.

Ein Manager springt frohen Mutes aus dem Bett und wendet sich sogleich dem Altar aus Aktien und Geldscheinen zu um sich ganz seinem Morgengebet hinzugeben. Er fällt auf die Knie und beginnt zu murmeln: „ OH du heilige Staatsbank bitte kaufe mir meine Sünden ab. Und erlöse mich von den Steuern. Denn dein ist das Geld …“

So nun aber wieder Spass beiseite, zurück zur Realität. Wenn Geld und Macht wirklich die Ideale unserer Welt wären dann denke ich hätten wir etwas ernsthaftere Probleme als sie uns vom Immobiliencrash in den USA beschert wurden, denn dann würden nicht nur ein paar gierige Banken in der Klemme sitzten.

Gut es sind ein paar mehr gierige Banken aber man kann doch nicht von der Moral und Risikobereitschaft einiger weniger weltweit auf die Zustände in ganz Europa schließen. Wobei wenn ich es recht bedenke dann hatt die katholische Kirche noch nie allzu logische Argumente für ihre Folgerungen gehabt.

Außerdem hat Benedikt der XVI dazu aufgefordert die „Idole des Habens und des bloßen Wissens zurückzuweisen um, zu Gott und dem wahren Glück zurückzukehren.“ Vorallem die Annahme es gäbe bloßes Wissen ist interessant, scheinbar ist Wissen ohne einen Gott kein richtiges, also blankes Wissen.

Aber ist das wirklich die Art von Wissen mit der wir etwas anfangen können? Oder ist es vielmehr die Art von Wissen mit der die katholische Kirche etwas anfangen kann?

Sicher der Papst wäre nicht der Papst wenn er unparteiisch wäre…

Jetzt wird es leider etwas unsicher, weil ich keine direkten Aussagen mehr habe, da ich ja zur Zeit nur die F.A.Z habe.

So scheint der Papst auch gesagt zu haben, dass er mit dem Glauben und der Überzeugung seiner Gefolgsleute gerne die Probleme der europäischen Gesellschaft heilen würde. Das er dafür keinen Kulturkampf zwischen Staat und Kirche für nötig hält überrascht zwar auf den ersten Blick, aber wenn man genauer hinsieht geht er eher von einer Kapitulation des Staates aus. Womit er beim jetzigen französischen Präsidenten gute Chancen haben dürfte.

Wie sich der Papst allerdings eine Heilung der europäischen Probleme durch Glaube vorstellt kann ich nicht nachvollziehen. Will er etwa in zukunft die europäische Verfassung in die Fürbitten einschließen?

So für diesen Tag des Papstbesuches in Frankreich war es das von meiner Seite wieder. Drückt mir die Daumen, dass wenigstens die Telekom göttlichen Segen hat.

~ von seishiroa am Dienstag 23.09.2008.

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